Die Deutsche Kreditbank (DKB) genießt bei Privatkundschaft einen ausgezeichneten Ruf, vor allem wegen ihres kostenlosen und leistungsstarken Girokontos. Beim Geschäftskonto DKB-Business gilt jedoch eine wichtige Einschränkung, die bei der Anbieterwahl unbedingt beachtet werden sollte.
Für wen ist das DKB-Geschäftskonto überhaupt verfügbar?
Anders als die meisten übrigen Anbieter in diesem Vergleich steht DKB-Business nicht allen Selbstständigen offen, sondern ist auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt: Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Steuerberaterinnen und Steuerberater, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Notarinnen und Notare, Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer, Nebenerwerbslandwirtinnen und -landwirte sowie Immobilienverwalterinnen und -verwalter. Die Rechtsform des Unternehmens spielt dabei keine Rolle — entscheidend ist ausschließlich die ausgeübte Tätigkeit. Wer nicht zu einer dieser Berufsgruppen zählt, kann bei der DKB kein Geschäftskonto in diesem Modell eröffnen und sollte direkt einen anderen Anbieter in Betracht ziehen.
Was genau ist im monatlichen Preis von 15 Euro enthalten?
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Monatliche Grundgebühr | 15,00 € |
| Beleglose Buchungen | unbegrenzt inklusive |
| Beleghafte Überweisung | 2,95 € je Vorgang |
| Visa Geschäftskreditkarte | kostenlos inklusive |
| Girocard | optional, teils kostenpflichtig |
| Dispozins | rund 9,05–9,55 % (Stand der jeweiligen Quelle) |
| Überziehungszins | rund 11,15 % |
| EBICS-Zugang | 25 €/Monat zusätzlich |
Innerhalb der monatlichen Pauschale von 15 Euro sind sämtliche elektronischen Buchungen — Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträge — bereits vollständig enthalten, ebenso die Visa Geschäftskreditkarte, sofern diese bei der Kontoeröffnung direkt mitbeantragt wird, und digitale Kontoauszüge per Post oder elektronisches Postfach. Nur eine beleghafte, also papierbasierte Überweisung am Schalter kostet zusätzlich.
Wie funktioniert das ergänzende Business-Guthabenkonto?
Für überschüssige Liquidität bietet die DKB optional ein Business-Guthabenkonto als separates Tagesgeldkonto an, das mit rund 1,20 Prozent pro Jahr verzinst wird (Stand Juli 2026) — dieses Zusatzkonto kostet allerdings weitere 10 Euro pro Monat. Alternativ lässt sich Guthaben auch direkt auf der Kreditkarte „parken", wobei für die ersten 300.000 Euro auf diesem Weg eine Verzinsung von rund 0,5 Prozent angeboten wird — deutlich mehr als die reguläre Guthabenverzinsung von 0,1 Prozent auf dem klassischen Internetkonto selbst.
Bietet die DKB auch spezielle Treuhand- und Verwalterkonten an?
Ja, ergänzend zum klassischen DKB-Business-Konto bietet die Bank spezielle Treuhand- und Verwalterkonten für Notarinnen und Notare, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Insolvenzverwalterinnen und Insolvenzverwalter, Steuerberaterinnen und Steuerberater sowie Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer an — für die treuhänderische Verwaltung von Mandantengeldern getrennt vom eigenen Geschäftskonto. Zusätzlich gibt es spezielle Kontomodelle für die Landwirtschafts- und Tourismusbranche.
Welche strukturellen Lücken hat DKB-Business gegenüber Fintech-Wettbewerbern?
DKB-Business bietet weder eine native Anbindung an gängige Buchhaltungssoftware über direkte API-Schnittstellen noch eine automatische Belegerfassung, virtuelle Karten für Mobile Payment oder Unterkonten zur automatisierten Steuerrücklagenbildung — Funktionen, die bei spezialisierten Fintech-Geschäftskonten oft bereits im günstigsten Tarif Standard sind. Wer auf diese Automatisierung angewiesen ist, sollte die entsprechende Funktionslücke gegen die Vorteile der persönlichen Bankbeziehung und der etablierten Direktbank-Infrastruktur abwägen.
Wie ist der Kundenservice für DKB-Geschäftskunden organisiert?
Geschäftskundinnen und -kunden der DKB werden durch eine persönliche Bankberaterin oder einen persönlichen Bankberater betreut und erreichen den Kundenservice zusätzlich rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche per Hotline — ergänzend lässt sich die Bank jederzeit direkt aus dem Online-Banking heraus per E-Mail kontaktieren, wobei alle relevanten Kontodaten automatisch mitübertragen werden. Für schriftliche Anfragen empfiehlt sich der Weg über das Online-Banking, da die Bank so den Kontext der Anfrage bereits vorliegen hat und schneller reagieren kann als bei einer Anfrage ohne Kontobezug.
Warum unterscheiden sich die DKB-Bewertungen je Plattform so stark?
Auf den App-Stores schneidet die DKB-App sehr gut ab — bei 289.257 Bewertungen im Apple App Store und 138.054 Bewertungen im Google Play Store erreicht sie jeweils 4,6 von 5 Punkten — während bei Google Places lediglich 1,5 von 5 Punkten aus 37 Bewertungen erreicht werden. Dieser deutliche Unterschied lässt sich ähnlich wie bei anderen Direktbanken dadurch erklären, dass App-Bewertungen primär die technische Funktionalität der Banking-App widerspiegeln, während Google-Places-Bewertungen häufig konkrete Erfahrungen mit dem persönlichen Kundenservice bei Problemfällen abbilden — etwa bei einzelnen, öffentlich dokumentierten Fällen unbegründet wirkender Kontokündigungen, bei denen Betroffene eine nähere Begründung von der Bank vermissten.
Wie läuft die Kontoeröffnung und Legitimation bei der DKB konkret ab?
Für die Legitimation stehen VideoIdent und PostIdent zur Auswahl, wobei VideoIdent in der Praxis am häufigsten genutzt wird. Nach erfolgreicher Identifizierung erhalten Kundinnen und Kunden ihre Kontodaten per E-Mail, während die Visa Business Card und eine gegebenenfalls zusätzlich gewählte Girocard separat per Post zugestellt werden.
Für die DKB spricht
- Unbegrenzte beleglose Buchungen bereits in der monatlichen Pauschale enthalten
- Kostenlose Visa Geschäftskreditkarte mit weltweit gebührenfreiem Bargeldbezug
- Spezielle Treuhand- und Verwalterkonten für rechtsberatende Berufe
- Attraktive Verzinsungsoptionen über das Business-Guthabenkonto oder die Kreditkarte
- Gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro als deutsche Vollbank
Was Sie bedenken sollten
- Nur für bestimmte Berufsgruppen verfügbar, nicht für alle Selbstständigen
- Keine native Buchhaltungsanbindung, keine automatische Belegerfassung
- Keine virtuellen Karten und keine automatisierten Unterkonten
- Mit 15 Euro monatlich teurer als viele kostenlose Fintech-Alternativen
- EBICS-Zugang für größere Unternehmen kostet zusätzlich 25 Euro im Monat
Für wen eignet sich die DKB?
Besonders für Angehörige der explizit unterstützten Berufsgruppen — etwa Ärztinnen und Ärzte, Steuerberaterinnen und Steuerberater oder Immobilienverwalterinnen und -verwalter —, die bereits ein privates DKB-Girokonto führen und eine vertraute Bankbeziehung auch für das Geschäftskonto fortsetzen möchten. Wer nicht zu den unterstützten Berufsgruppen zählt oder auf native Buchhaltungsintegration angewiesen ist, sollte zusätzlich Kontist oder Qonto vergleichen.
Häufige Fragen
Kann jeder Selbstständige ein DKB-Geschäftskonto eröffnen?
Nein, DKB-Business steht nur bestimmten Berufsgruppen offen — etwa Ärzten, Steuerberatern, Rechtsanwälten, Notaren, Wirtschaftsprüfern, Nebenerwerbslandwirten und Immobilienverwaltern.
Sind bei DKB-Business alle Überweisungen im Preis enthalten?
Ja, sämtliche beleglosen (elektronischen) Buchungen sind in der monatlichen Pauschale von 15 Euro unbegrenzt enthalten — nur beleghafte Überweisungen am Schalter kosten zusätzlich.
Bietet die DKB virtuelle Karten für Geschäftskunden an?
Nein, aktuell sind bei DKB-Business keine virtuellen Karten für Mobile Payment verfügbar.