20 Anbieter, zwei grundverschiedene Ausgangspunkte: volldigitale Fintech-Konten und klassische Filialbanken mit Firmenkonto-Angebot. Diese Übersicht ordnet jeden Anbieter ein, bevor Sie in den ausführlichen Einzeltest wechseln.
Fintech-Geschäftskonten
Diese 13 Fintech-Anbieter zeichnen sich durch schnelle, meist volldigitale Kontoeröffnung und häufig integrierte Buchhaltungs- oder Rechnungstools aus. Drei Anbieter — Accountable, Wallester und in gewissem Maß auch Wise — positionieren sich dabei bewusst außerhalb der klassischen Bankdefinition: Accountable ist primär eine Steuer-App mit Konto-Zusatzfunktion, Wallester eine Ausgabenmanagement-Plattform mit Kartenschwerpunkt.
Klassische Banken mit Firmenkonto
Diese sieben Filialbanken bieten persönliche Beratung, ein dichtes Bargeldnetz und oft zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten wie Kontokorrentkredite oder Factoring — dafür liegen die Kontoführungsgebühren meist deutlich über denen der Fintech-Konkurrenz. Bei mehreren Banken bestehen zudem wichtige Einschränkungen: DKB akzeptiert nur bestimmte Berufsgruppen, ING schließt die GmbH in Gründung aus, und Targobank akzeptiert keine AG oder Vereine.
Welche Anbieter kommen ganz ohne Schufa-Abfrage aus?
Finom, Tide, bunq und FYRST Base ermöglichen die Kontoeröffnung nachweislich ohne Schufa-Abfrage — bei Holvi ist dagegen entgegen mancher Behauptungen tatsächlich eine positive Schufa-Auskunft erforderlich, wie unser Einzeltest zeigt. Für Gründerinnen und Gründer ohne etablierte Bonitätshistorie oder mit einer bereits negativen Schufa-Auskunft bilden die schufafreien Anbieter damit häufig den praktikableren Einstieg, unabhängig von der gewählten Rechtsform.
Bei welchen Anbietern ist eine native DATEV-Anbindung bereits im günstigsten Tarif enthalten?
| Anbieter | DATEV bereits im günstigsten Tarif? |
|---|---|
| Holvi | ja, in allen Tarifen |
| Qonto | nein, PIN/TAN-Export erst ab Starter, echter Zugang ab Smart |
| Kontist | nein, nur im teuersten Tarif Plus |
| FYRST | ja, gegen 5 €/Monat (12 Monate kostenlos für Neukunden) |
| Tide | ja, bereits integriert |
Wer bereits mit einer Steuerberatung zusammenarbeitet, die auf DATEV setzt, sollte diesen Punkt vorrangig prüfen — der Unterschied zwischen einem sofort verfügbaren Buchhaltungszugang und einem kostenpflichtigen Zusatzmodul kann über die Zeitersparnis beim Steuerberater spürbare Folgekosten verursachen.
Welche Anbieter eignen sich nicht als Gründungskonto für die Stammkapitaleinzahlung?
Die ING schließt die GmbH in Gründung ausdrücklich aus, ebenso bietet Targobank keine Gründungskonto-Funktion für die Stammkapitaleinzahlung an — wer eine GmbH oder UG neu gründet, sollte für die Gründungsphase selbst gezielt auf Anbieter wie Qonto, Finom, Holvi, FYRST, Commerzbank oder Deutsche Bank zurückgreifen. Ein späterer Wechsel zu einem ursprünglich ungeeigneten Anbieter ist nach abgeschlossener Handelsregistereintragung in der Regel problemlos möglich — nur für die eigentliche Gründungsphase kommt es auf die richtige Anbieterwahl an.
Bei welchen Anbietern zählen auch Zahlungseingänge als gebührenpflichtige Buchung?
Ein Detail, das beim reinen Blick auf die Grundgebühr leicht übersehen wird: Bei der Deutschen Bank werden auch eingehende Zahlungen als beleglose Buchung gezählt und entsprechend dem gewählten Tarif berechnet — bei den meisten anderen Anbietern in diesem Vergleich zählen dagegen ausschließlich ausgehende Überweisungen und Lastschriften zum Buchungskontingent. Wer viele einzelne Zahlungseingänge erwartet, etwa durch zahlreiche kleinere Rechnungen an Endkundschaft, sollte diesen Unterschied unbedingt in die Kalkulation einbeziehen.
Wie haben wir die Anbieter eingeordnet?
Die Zuordnung richtet sich danach, ob ein Anbieter primär als digitale Fintech-Plattform oder als klassische, lizenzierte Bank mit Filialnetz auftritt. Diese Kategorien überschneiden sich teilweise — auch mehrere Fintechs verfügen über eine vollwertige Banklizenz (etwa N26), während andere über Partnerbanken oder als reine Zahlungsinstitute operieren (etwa Wallester, Holvi).
Worauf sollten Sie beim Blick durch alle 20 Einzeltests achten?
Prüfen Sie zunächst, ob Ihre konkrete Rechtsform beim jeweiligen Anbieter überhaupt zugelassen ist — die Unterschiede sind teils erheblich. Zweitens lohnt sich ein Blick darauf, ob Zahlungseingänge ebenfalls als gebührenpflichtige Buchung gezählt werden (wie bei der Deutschen Bank), da dies die tatsächlichen Kosten gegenüber der reinen Grundgebühr erheblich verändern kann. Drittens sollten Sie prüfen, ob der jeweilige Anbieter sich als Gründungskonto für die Stammkapitaleinzahlung eignet, falls Sie eine GmbH oder UG gründen möchten.